Jerusalem erbaut und in derselben das Sinnbild des GrabesJesu errichtet. Als nun die Kaiserin Helena um das JahrZ30 nach Christus nach Jerusalem gekommen war, so ließsie wahrscheinlich nicht allein die alte Kirche erneuern underweitern, sondern auch die andern Haupttheile hinzu bauen,zu denen andere christliche Fürsten in der Folge noch einzelneKapellen fügen ließen. Mehrere Theile der Kirche, vorzüg-lich ihr Eingang, zeigen deutlich, daß ihre Erbauung unterder Regierung des Kaisers Konstantin erfolgt seyn muß;denn man findet die damals gewöhnliche Ueberladung in denVerzierungen, in Blättern und Schnitzwerk, schwache Säulenund schweres Gebälke, das mit Figuren überfüllt ist. Sielitt zwar seit der Zeit ihrer Entstehung bis jetzt manche Zer-störung, aber nur theilweis, und so ist sie auch ziemlich diealte geblieben.
Sie besteht eigentlich aus drei Hauptkirchen, nämlich:aus der Kirche des heiligen Grabes, aus der des Calvarien-berges und aus der der Kreuzesauffindung, welche durchMauern und gewölbte Treppen zusammenhängen. Die erstebildet das Hauptschiff der ganzen Kirche. Das ganze Ge-bäude ist ohngefähr 120 Schritte lang und 70 Schritte breit,und obgleich es aus mehrern Theilen besteht und unregelmäßigist, so bildet es in seinem Innern doch ziemlich die Gestalteines Kreuzes. Früher soll sie viele Kunstwerke enthaltenhaben, welche von den Türken hinweggenommen wurden;auch sollen diese sie größtentheils des kostbaren Marmorsberaubt haben, mit welchem sie sonst ausgeschmückt war.Der dazu gehörige Thurm enthält keine Glocken und hatdurch Erdbeben sehr gelitten.
Sonst hatte die Kirche drei Eingänge, jetzt aber kannman nur durch eine Thür in sie gelangen, welche von denTürken bisher verschlossen gehalten und nur für eine Abgabevon ohngefähr 8 Thalern den Pilgern geöffnet wurde. Indieser Thür befinden sich einige Löcher, über deren Mitteeine eiserne Stange läuft. Durch diese Löcher reicht manden in der Kirche befindlichen Geistlichen, welche den Gottes-dienst darin besorgen, ihre Nahrungsmittel. Nicht weit vomEingänge ist die Kapelle der Franziskaner mit einer Sakristei