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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Wanderungen Jesu während seiner Leiden. 429

einem eisernen Ringe gestanden haben soll *). An dieseSäule wurde Jesus, der Sage nach, angebunden und hier-auf von den Soldaten gegeißelt. Später hat man aus die-sem Saale eine Kapelle gemacht. Nachdem die Geißelungan Jesu vollzogen worden war, hingen die Soldaten demedlen Dulder jenen alten Königsmantel wieder um, mir wel-z chem Herodes ihn hatte bekleiden lassen, und setzten ihmeinen Kranz, welcher von einem dornigen Strauche **), derenes um Jerusalem mehrere Arten gibt, geflochten war, aufdas Haupt. Sie ließen ihn sich niedersetzen und gaben ihm! alsdann ein Rohr in die rechte Hand, das ein Scepter vor-stellen sollte. Nun beugten sie aus Hohn die Knie vor ihm,nannten ihn König der Juden, nahmen ihm das Rohr ausder Hand und schlugen ihn damit, spuckten ihm sogar indas Angesicht und mißhandelten ihn überhaupt auf das un-barmherzigste, während Jesus Alles gelassen erduldete.

Nachdem die Soldaten der Mißhandlungen müde waren§ führten sie Jesum in jenem beklagenswcrthen Zustande zu/ dem Römischen Landpfleger zurück. Dieser hoffte jetzt dieJuden zum Mitleid zu bewegen und stellte daher den edlenDulder ihnen mit den Worten vor: „Sehet da diesen Men-schen!" Allein auch jetzt erreichte er seine Absicht nicht, denn- die Juden blieben auch bei diesem Anblicke ungerührt. Viel-i leicht waren es hauptsächlich Juden aus Jerusalem, die Je-^ sum weniger kannten, welche sich vor dem Prätorium ver-i sammelt hatten und sich von den Priestern, Pharisäern und

Diese Saute soll nach Rom geschafft worden seyn, wo man sienoch in einer Kirche zeigt. Diese Säule besteht aus einem grauen Marmor,sie ist nicht über 2 Fuß hoch und hat am Grunde iz Fuß, oben aber nurb Zoll im Durchmesser. I» jenem Säale soll auch noch eine andere, höhereSäule gestanden haben, an welche Jesus ebenfalls, einer Sage nach, nach-l dem er von jener losgebunden worden sey, angebunden wurde, und die spä-ter auf dem Berge Zivn an einer Kirche angebracht wurde (vcrgl. S. 407).

**) Manche meinen, die Dornenkrone sey aus Blättern der Bären-klane, rtcantlius .<q>ino«us I,., verfertigt gewesen. Diese Pflanze wächst^ nämlich in Palästina und blüht dort im März. Die Lappen der großen> halbgefiederte» Wurzelblätter dieser Pflanze endigen sich in stechende Spitzen.' Andere meinen die Dornenkrone habe aus Zweigen von UInwinus -pln»

^ Obrktl I,. bestanden. Wenigstens sind die Dornen, die mau hie und da! als Reliquien von der Dornenkrone Jesu zeigt, von diesem Strauche ge-nommen.