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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Wanderungen Jesu während seiner Leiden. 416

gekommen sey; oder man wollte sein Urtheil vernehmen, daer vielleicht wegen seines Alters der Versammlung des Ho-henrathes, besonders da diese sehr früh' gehalten wurde, nichtbeiwohnen konnte. Hannas stellte auch ein vorläufiges Ver-hör mit Jesu an, den man vor ihm gebracht hatte, und

- fragte ihn über seine Lehre und seine Jünger. Darauferwiederte ihm Jesus der Wahrheit gemäß mit der größtenFreimüthigkeit, er habe Nichts im Geheim gethan, sondern

! stets öffentlich, sogar in Jerusalem, in dem Tempelgebäudegelehrt, so daß Alle, die ihn gehört hätten, Zeugniß davon

- ablegen könnte». Hannas möchte sich also bei diesen darnach1 erkundigen. Diese Antwort, so würdig und angemessen sie

auch war, erschien doch einem der anwesenden Diener sowenig ehrerbietig gegen seinen Herrn, daß er Jesu deshalb' einen Backenstreich versetzte. Der edle Dulder ertrug dieseMißhandlung mit großer Sanftmuth und erwiederte nur:j „Sollte ich unrecht geredet haben, so hast du das erst zu be-^ weisen; habe ich aber recht gesprochen, so hast du gar keineUrsach, mich zu schlagen."

' Das Haus des Hannas soll sich auf dem Berge Zionund zwar außerhalb der Stadt befunden haben. Dasjenige,welches man noch jetzt dafür ausgibt, ist gut gebaut undliegt innerhalb der Stadt nicht weit von der Mauer. Indem Hofe desselben zeigt man einen sehr alten Oelbaum,welcher von den Christen in Ehren gehalten wird, weil manbehauptet, Jesus sey an denselben angebunden worden, eheman ihn dem Hohenpriester Hannas vorgestellt habe. Manhat ihn mit einer Mauer umgeben. Von den Kernen' derFrüchte, welche der Oelbaum trägt, verfertigt man Rosen-kränze. Das Haus selbst ist in eine Kirche umgestaltet wor-^ den, die man den heiligen Engeln gewidmet hat. Früherj gehörte sie den griechischen Mönchen, jetzt aber sind die Ar-menier in ihrem Besitze. In der Nähe davon befindet sichein reiches armenisches Kloster, in welchem einige geistlicheWittwen die dürftigen Armenischen Pilger, welche nach Je-rusalem kommen, aufnehmen und pflegen.

Von Hannas wurde Jesus durch die Gerichtsdiencr indas Haus des Hohenpriesters Kaiphas geführt, das man