Reisen Jesu der dritten Periode rc. 239
hinab, sondern in die Höhe steigen muß. Er besteht in ei-nem großen viereckigen Thurme, der auf der Südseite gegenZO Fuß hoch ist, und auf den man vermittelst einer bequemenTreppe emporsteigen kann. Von dem Grunde dieses Thurmeserhebt sich das Wasser bis zum Gipfel, so daß man es obenmit der Hand zu schöpfen vermag. Es füllt oben ein acht-eckiges Becken, das 60 Fuß im Durchmesser hat und dessenflacher Rand 7 bis 8 Fuß breit ist, so daß man auf ihmum das Becken herumgehn kann. Das Ganze ist mit einemMörtel aus kleinen Steinen so trefflich zusammengefügt, daßkein Tropfen Wasser durchzudringcn vermag und daß es eineunverwüstliche Dauer hat. Denn in dieser Gestalt, wie manden Brunnen jetzt sieht, ist er schon vor 600 Jahren beschrie-ben worden. Die Quelle, welche das Wasser gibt, ist so reich-haltig, daß sie fortwährend den ganzen Brunnen bis obenzum Rande anfüllt. Das Wasser ist völlig rein und hell undgewährt einen höchst erquickenden Trunk. Obgleich es in demBrunnen selbst völlig ruhig erscheint, so fließt es doch ausdiesem durch eine breite Oeffnung, die in einer seiner Seitenangebracht ist, mit reißender Schnelle und in solcher Mengeheraus, daß es eine Mühle treibt. Das Herausfließende Was-ser bildet mehrere Büchlein, welche die umliegende Gegend,wo sonst die Gärten von Tyrus waren, bewässern und frucht-bar machen und sich hernach in einen Bach vereinigen, dersich ohngefähr eine Viertelstunde von dem Brunnen in dasMeer ergießt.
In einiger Entfernung von diesem großen Brunnen be-finden sich zwei kleinere, die das Wasser aus jenem durch einenKanal empfangen, und zwar dergestalt, daß es aus dem einenin den andern fließt. Unterhalb dieser Brunnen bemerkt mandie Ueberreste einer Wasserleitung, durch welche sonst das Was-ser nach Tyrus geführt wurde, und die durch den berühmtenDamm ging, den man bei der Belagerung der Stadt durchAlexander den Großen aufgeworfen hatte. Der Grund, warumwan jenen großen Wasserbehälter so hoch anlegte, ist keinanderer, als weil man den hinlänglichen Fall gewinnen^ wollte, um das Wasser nach allen Theilen der Stadt be-
: ßuem zu leiten. Es geht eine Sage, daß Jesus auf seiner