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Die Reisen Jesu oder Beschreibung u. Schilderung des jüdischen Landes u. seiner Bewohner : mit 12 Kupfern u. 1 Kt.
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Reisen Jesu der ersten Periode rc. 131

Manna, welches einige Pflanzen in jener Gegend ausschwitzten,war seine Nahrung. Er glich also in Allem jenen Nasi-räern oder Abgesonderten, welche zuweilen unter denJuden hervorgegangen waren, die ein zurückgezogenes, Gottund ernsten Betrachtungen geweihtes Leben führten, sich allerstarken Getränke enthielten (4. Mos. 6.), überhaupt äußerstmäßig lebten, grobe und rauhe Kleidung trugen und das Haarwachsen ließen. Wahrscheinlich war er mit den Essäern be-kannt geworden und hatte nach ihnen sich gebildet, da sie sichhauptsächlich in der Nähe des todten Meeres aufhielten. Un-gehalten über die Entartung seines Volkes forderte er Alleernstlich zur Buße, zur Sinnesänderung und Besserung ihresWandels auf; sagte, daß sie nur nach erfolgter Besserung be-steh» würden bei der Ankunft des Messias, der bald auftre-ten werde; lud Alle, die Antheil an dessen Reiche nehmenwollten, ein, sich von ihm taufen zu lassen; und taufte nunViele im Jordan, die durch seine herzerschütternden Reden be-wegt wurden. An sich war diese sinnbildliche Handlung nichtsNeues; denn die Essäer pflegten Diejenigen zu taufen, welchesie unter ihre Sekte aufnahmen, und die jüdischen Proselytenempfingen ebenfalls die Taufe; aber Johannes taufte in einerandern Beziehung, er taufte die Juden, die sich schon durchihre Abstammung von Abraham für rein hielten; um dadurchanzudeuten, daß sie als neue Menschen ihrem innern Wesennach hervorgeht, sollten. Da nun die Juden ein solches Tau-fen nur dem Messias zugesteht, wollten, so schickte das Syne-drium Abgeordnete an Johannes, um zu fragen, aus welcherMachtvollkommenheit er taufe (Joh. 1, 25.); auf welche FrageJohannes erwiederte, seine Taufe sey nur eine vorbereitendeauf die nahe Ankunft des Messias, der weit über ihm an2 Würde stehe und eine weit kräftigere Taufe vornehmen werde.

Durch Johannes den Täufer wollte Jesus jene äußereD heilige Weihe, die zu um so heiligeren Streben ihn verpflich-ten mußte, sich geben lassen. Konnte er doch dabei zugleichauch des Berufs, den er für den seinen hielt, um so gewisserwerden; denn da Johannes die Ankunft des Messias als nochbevorstehend verkündigte, so mußte es sich ergeben, ob derTäufer ihn, wann er demselben nahete, auch für den erwar-

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