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Zweites Buch.
Nach der Sage befanden sich Jesu Eltern schon auf der Rück. ^reise von Bethlehem nach Nazareth und waren bis Anathoth )gekommen, als Joseph, durch den Traum gewarnt, nach ßAcgnptcn zu fliehen sich entschloß. ß
Anathoth war eine alte Stadt in dem Gebiete desStammes Benjamin, ohngcfahr 5) Stunden nordwestlich von!Bethlehem und Z Stunden von Jerusalem. Sie gehörte zn -den Priesterstädten (Jos. 21, 18.) und war die Geburtsstadchdes Propheten Jercmias (Jercm. 1, 1.). Zur Zeit des Kir-chenvaters Hieronymus stand die Burg von Anathoth noch; 'jetzt aber findet man auf der Stelle der alten Stadt nur cin^unbedeutendes Dorf, St. Jeremias genannt, wo man vielverfallenes Gemäuer und die Trümmer einer schönen Kirchesieht, welche die Kaiserin Helena nebst einem Kloster, dasverödet und zerstört ist, hatte erbauen lassen. i
Ohngcfähr 2 Stunden westlich von Anathoth, am Wegenach Joppe bemerkt man auf einem Hügel Trümmer, welch!man für die Ucberreste eines Gebäudes hält, das der Thurmdes guten Räubers genannt wird. Die Stelle ist auch 'wirklich für die Wohnung eines Straßenräubers sehr günstig,weil man von da aus die Reisenden schon von weitem erspä-hen kann. Dabei befindet sich ein Dorf, das noch Latvoiui.heißt, welchen Namen die Araber wahrscheinlich aus dem La-iteinischen entlehnt haben. Auch sieht man daselbst noch die!Ueberreste einer schönen Kirche, welche dem guten Räuber ge-weiht war*). !
In jener Gegend erblickt man auch auf dem Gipfel eines!ansehnlichen Berges die schönen Ruinen der Stadt Modi»,-der Vaterstadt der berühmten Makkabäer (1. Makk. 2, 1 u.;15.). In ihr wohnte der Priester Matathias, der zur Ver-!thcidigung des mosaischen Gesetzes Krieg gegen den Syrischen;König Antiochus begann und die Fortsetzung desselben seinen!
^ Dieser Räuber soll Dimak, nach Andern Dionai geheißen haben.Die Sage erzählt, Jesu Eltern seyen auf ihrer Reise bei Nacht in dieHände dieses Räubers gefallen, hätten aber die freundlichste Aufnahme und!beste Herberge bei ihm gefundn und wären am andern Morgen ungefähr-det wieder von ihm entlassen worden. Es soll Derselbe gewesen seyn, dermit Jesu gekreuzigt wurde und zu dem der edle Dulder sagte: „Heute nochwirst du mit mir im Paradiese seyn."