Vorwort.
IX
Schriften, hauptsächlich in des Herrn Dr. Nosenmüllersbiblischer Alterthumskunde, die Stellen der heiligen Schriftzuweilen unrichtig, wahrscheinlich durch Druckfehler, ange-geben sind.
Uebrigens hoffe ich, soll man finden, daß ich auchmeine Gedanken und eignen Ansichten mitgetheilt habe. MeinBestreben ging dahin, Jesum in dem Verhältnisse würdigdarzustellen, in welchem er uns am nächsten steht und woriner vorzüglich uns zum Vorbilde dienen kann, nämlich indemjenigen, in welchem er als Mensch unter den Menschensich offenbarte; und ich habe die Ueberzeugung, daß, je reinerund vollendeter wir ihn in seiner Menschheit auffassen, esuns auch desto leichter werden wird, ihn um so mehr gött-lich groß, um so näher verwandt mit seinem himmlischenVater und um so mehr als dessen innigst geliebten Sohn zuerkennen, auch desto stärker uns zur Nacheiferung entflammtzu fühlen; weil wir nun, obschon wir ihn unendlich weitan geistiger und sittlicher Vollendung über uns erblicken, dochdie Möglichkeit für uns sehn, bei ernstem, heiligen Strebenmehr und mehr ihm nahe zu kommen und seines Friedensund seiner Herrlichkeit theilhaftig zu werden. Zu dieserUeberzeugung suchte mich mein würdiger Vater schon früh-zeitig zu führen, deshalb habe ich auch ihm die vorliegendeSchrift aus Dankbarkeit gewidmet. Zu jener Ansicht möchteich aber auch meine Leser führen; damit sie manchen Vor-urtheilen entnommen, weniger den dunkeln Gefühlen nur sichüberlassen, die ein blinder Glaube erzeugt; und damit siealsdann Jesu mit wahrem Glauben, der durch die Liebe