58
v. d. Planitz.
Gemeinschaft mit dem erwähnten Adam v. Theyn am 12. Oktober1567 den Longinus Weinscher aus Kemnitz zum Prediger in dasStädtchen Sandau (Kr. Leitmeritz) berief, ist unbekannt. — Zu Beginndes 17. Jahrhunderts begegnen wir drei Schwestern aus dem Ge-schlecht v. Luttitz: Eva, verm. Schön v. Schönau, Dorotheaverm. v. Pentzig und Margaretha, verm. v. Rechenberg. Diebeiden zuerst genannten treten ihrer an dritter Stelle genanntenSchwester im Jahre 1602 ihre Ansprüche an einen Anteil vonMarkersdorf ab. — Ein weiteres Glied des Geschlechts, dem das harteLos eines Exulanten beschieden war, ist Heinrich v. P. Die imLeitmeritzer Kreise gelegene Feste und das Dorf Ober- und Nieder-Liebich nebst Langenau und Sonneberg, im 16. Jahrhundert imBesitz der Herren v. Wartenberg, wurde am 2. Mai 1615 an Heinrichv. P. (Hendrich Pencik) 1 ) verkauft. Anhänger des Winterkönigsging Heinrich v. P. nach der Schlacht am weissen Berge (1620)seiner Güter verlustig. Die Herrschaft Ober-Liebich wurde 1623an Wilhelm Graf v. Wratislaw - Mitrowitz, Oberstkämmerer KaiserRudolphs II. und Geh. Rat des Königs Matthias und Statthalterin Böhmen, Herrn auf Mnisek im Berauner Kreise (f 19. Januar1637)verkauft. (Mitteil, des NordböhmischenExcursions-KlubsXXIV,S. 19; XXVI, S. 29; XXIV, S. 17, 18, 19; VII, S. 18; XX, S. 311;IX, S. 209; III, S. 229; VI, S. 236. M. M. Feyfar, Aus dem Pantheonder Geschichte des Johanniter - Ritter - Ordens, 1882, S. 141). Dasweitere s. Adelsgeschichte II. Bd., S. 423—424. Heinrichs v. P.daselbst genannte Gattin Anna geb. v. Minckwitz, wurde imJahre 1629 in der zur Zittauer Klosterkirche gehörigen Nikolai-kapelle, nach Verlauf einiger Monate aber in der Hauptkirche bei-gesetzt. (C. Morawek, Einige Nachr. über die Klosterkirche zuZittau etc.). — Wie die v. P., so führen auch die Kappler v. Sullo-witz im blauen Schilde einen von Rot und Silber geschachtenAdlerflügel 2 ). Das gleiche Wappen lässt auf eine Stammesver-wandtschaft der beiden Geschlechter schliessen. — v. (1. Planitz,Rudolph (II 433) auf Steinbach hinterliess zwei Söhne HansRudolph und Hans Heinrich, die nach Erlangung ihrer vogt-baren Jahre am 20. Juli 1647 mit Steinbach belehnt wurden. HansRudolph starb am 2. November 1649. Sein Bruder Hans Heinrichwurde mit seinem Anteil am 12. September 1653 belehnt und starbam 18. September 1676. Das Gut Steinbach fiel an seine dreiSöhne: Hans Heinrich d. J., Heinrich Bernhard und HeinrichErnst. Nachdem aber Heinrich Bernhard „ohnlängst“, wie es1690 heisst, „bey aufhabenden Kriegsdiensten in Hungarn Todes
9 C. A. Pescheck, Geschichte der Gegenreformation in Böhmen, I. Band1844, S. 491 nennt ihn Heinrich Pentzinger.
2 ) Mit diesem Wappen vereinigten die Kappler v. Sullowitz später dasder Ritter v. Skalken: Schild gespalten, rechts in Gold ein halber roterAdler, links in Rot ein silberner Querbalken. Vergl. Fr. Bernau a. a. O.,S. 602, Taf. VII.