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Festpredigten
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soll es schnell abgethan, und dann auf immer vergessenwerden. Sind Mißverständnisse zwischen uns: heutewollen wir uns darük'er erklären, und sie auögleichen.Haben wir sie beleidigt: heute wollen wir sie um Ver-zeihung bittem Alles, was in Zukunft Kälte Hervor-bringen könnte, soll heute entfernt werden. Geduldund Nachsicht wollen wir einander angeloben. Sindwir im Stande, ihnen diesen Tag zu einem recht frohenzu machen: so wollen wir das für das würdigste Geschäftdesselben halten; so soll das der Freude desselben ihreVollendung geben. Und kehrte der Fehlende reuevollzurück: so finde er ein offenes, zärtliches Herz, keinkrankender Vorwurf guäle ihn, neue Liebe fistle ihnauf immer an uns. ' So soll das Fest der Menschen-liebe von uns gefeyert werden.

Endlich dürfen wir auch diejenigennicht von unserm Wohlwollen aussch lie-ßen, die unsre Feinde sind. Wer heute mitfröhlichem Herzen vor Gott erscheint, der müsse auchvor dem Herzenskündiger bezeugen können: ich hasse nie-mand. Wenn heute unser Dank für den Segen derErnte und. für allen Segen , womit er uns gesegnet hat,zum Ewigen emporsteigt: so müsse kein erbittertes,feindseliges Gefühl ihn beflecken. Wenn wir heutewahrnehmen, wie Gott allen ohne Unterschied wohlthut,wie er seine Sonnen läßt scheinen über Gute und Böse,wie er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte: somüssen auch in uns alle Regungen des Widerwillens, derRachgier nnd der Schadenfreude aufhören; so müsse inuns der Wunsch entstehen, denen Gutes erzeigen zukönnen, die uns Böses zufüzten, durch Liebe die Her-zen zu gewinnen, die uns übel wollen. Es kann Gottnicht gefallen, daß wir ihm ein Fest der Freude und desDankes feyern, wenn unsre Gesinnungen so von ihmabgewendet, so durch strafbare Bewegungen befleckt