476
tzes und der Unbarmherzigkeit der Menschen, wenn ein-seiner Geschöpfe Noch leidet. Wenn manche wenigerbekommen, als sie bedürfen, so sind sie dafür an denUeberfluß und das brüderliche Wohlwollen der reicherBegabten gewiesen. Und wehe diesen, wenn'sie dieRegungen des Mitleidens und der Billigkeil unterdrü-cken, wenn sie sich einbilden, nach Willkühr mit demhandeln zu können, was nicht ihr Eigenchum, was nurihrer Verwaltung anvertraut ist, und worüber sie einstRechenschaft ablegen sollen. -Wollen wir Gott ähnlichwerden: dannmußunsdasFcst, dasuns die rührend-sten Beweise der Liebe Gottes vor die Augen legt ein Festder Menschenliebe werden; dann müssen wir uns heutevorzüglich angetriebcn fühlen, Segen unter unfern Brü-dern zu verbreiten, und mit unsrer Liebe alles zu umfas-sen was Mensch heißt. Kann es uns überzeugender dar-gethan werden, daß diese Liebe der Wille Gottes ist,-als wenn wir ihn selbst liebevoll beschäftigt sehen? Kannsich uns das Herrliche der Liebe deutlicher offenbaren,als wenn wir das MusterGottes vor uns haben ? Kanndie Liebe sich leichter unsers Herzens bemächtigen, alswenn die Liebe Gottes dieses Herz bewegt und zur heili-gen Freude gestimmt hat? Kinder Gottes können wirnicht seyn, ohne allgemeine Menschenliebe. Das ist dieBehauptung des Textes, das wird uns durch den Zweckdieses Festes bestätigt. Nur für Euch ist dieses Fest keinFest der Liebe, die Ihr Euch von Gott lossagt, die Ihrdie Hand des Allmächtigen in den Werken der Naturnicht erkennt, die Ihr es nicht für etwas Großes achtet,mit Gott Gemeinschaft zu haben, die Ihr von keiner an-