Druckschrift 
Festpredigten
Entstehung
Seite
462
Einzelbild herunterladen
 

462

den muß , immer vorschwebt, denen heilige Gefühledas Her; erwärmen, die an dem Schicksale ihrer Brü-der innigen Antheil nehmen, die uneigennützige l'iebe,brennender Eifer für das Gute beseelt, die Muth be-sitzen, etwas zu beginnen, und Kraft, auszudauern,denen die Hoffnung das Herz erhebt. Ihr seyd es,Menschen voll Geistes, nach welchen wir nns umse»hen, von denen wir Rettung und Verbesserung un-sers Zustandes erwarten. Wo Hülfe möglich ist; dakönnet, da wollt Ihr helfen. An Euch wenden wiruns, wenn die Noch der Zeit uns drängt, wenn ihreBedürfnisse dringend werden. Möchten Eurer nurrecht viele sevn. Möchten in allen der Trieb sich re-gen, nach Euch sich zu bilden.

Aber unsre Zeiten werden von Uebeln gedrückt,von welchen menschliche Hülfe wenigstens fürs Ersteuns nicht befreyen kann: denn was vermögten wohlEinzelne gegen die stürmischen Bewegungen, welchedie Welt erschüttern und gegen das Unglück, das da-von unzertrennlich ist? Es ist überflüssig, daß ich sienahmhaft mache die zahlreichen Beschwerden, die wiralle mehr oder weniger empfinden, ohne daß wir ver-mögend sind, sie abzuwenden, oder zu erleichtern.Hier bleibt uns nichts übrige, als mitHochsinn zu dulden. Das können abernur Menschen welche voll Geistes sind.Sie beurtheilen, was ihnen begegnet, nicht nachdemäußerlichen Scheine, nicht nach den Vorspiegelungender Einbildungskraft,'sondern mit reifer Ueberlegungund nach richtigen Grundsätzen. Sie sind mit den