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Entstehung
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Behauptung, daß die Zukunft ungewiß sey, öfterwiederhohlt, ärger übertrieben, und schändlicher miß-braucht, als in unserm Zeitalter. Ist es aber nichtunvermeidlich, daß die Menschen bey einer selchenStimmung immer sinnlicher werden, und sich immermehr von dem entfernen, was des Geistes ist? DemGeiste genügt die Gegenwart nicht; sie hat viel zuwenig Nahrung für seine Bedürfnisse, viel zu wenigStoff für seine Beschäftigung, viel zu wenig Befriedi-gung für sein ins Unendliche gehendes Streben, alsdaß er bey ihr könnte stehen bleiben. Darin erweister sich mächtig am Menschen, daß er ihn der Gegen-wart entreißt, um ihn in der Z.ckunft das Ziel seinerBemühungen und Erwartungen zu zeigen. Wo derGeist recht wirksam ist: da kann uns der Augenblicknicht mehr fesseln, und jede Zukunft, die diesseitsdes Grabes liegt, ist zu klein für uns. Was nie ver-geht, was keiner Gewalt der Zeit unterworfen ist,das allein vermag uns zu sättigen. Menschen, dievoll Geistes sind, sind, wie wir gestern gehört haben,voll Hoffnung; und ihre Hoffnung erhebt sich überdie Gränzen des regen und, in mancher Hinsicht, ar-men Erdenlebens. Von dem Himmel erwarten siefreudig, was sie hier nicht empfangen konnten. Festist ihre Zuversicht, daß eS im Tode nicht mit uns ausist, daß ein neues Daseyn dem Dulden Ersatz, demRechtverhalten Belohnung, den würdigen AnfängenVollendung bringt. In dieser Zuversicht entbehrensie freywillig der Weltfreude, nehmen sie freywilligdie Schmach der Welt auf sich, und erfüllen auch die