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schändliche Gefühle und Neigungen, womit sie dasHerz erfüllt? Sind es nicht Augenlust, Fleisches-lust und hofärtiges Wesen, womit sie das Leben be-fleckt? Ist es etwas anders, als die tiefste Herab-würdigung der menschlichen Natur, wozu sie in ihrenwildern Ausbrüchen führt? Menschen, die voll Gei-stes-sind, sind voll Friedens und voll Freude. Wiekann man aber das werden, wo unordentliche Begier-den einander unaufhörlich bekämpfen, und uns inewiger Unruhe umher jagen, wo wir ängstlich nachDingen streben, die wir in den wenigsten Fällen er-langen, ängstlich an Dingen hangen, die uns jedenAugenblick wieder entrissen werden können, wo wirunaufhörlich Schritte thun, die wir nachher verwün-schen müssen? Anhaltende Anstrengung, anhaltendeWachsamkeit, mancherlei Uebungen werden erfordert,damit in den sinnlichen Menschen geistiges Leben kom-me. Wie viel mehr aber wird erfordert, daß er deSGeistes voll werde! Soll die Ermahnung des Apo-stels auch Euch gelten: dann müsset Ihr Euch derMacht einer ungebändigten Sinnlichkeit entreißen, Ihrmüsset Eure sinnlichen Genüsse einschränken; Ihr müs-set den sinnlichen Schmerz ertragen lernen; Ihr müs-set die sinnliche Begierde der Vorschrift des Gesetzesunterwerfen; Ihr müsset Euch gewöhnen, auch daszu thun, was Eurer Sinnlichkeit ganz entgegen ist.

Nicht weniger Noch thut es, daß Ihr Euch,viertens, der Herrschaft eigennütziger Be-strebungen entreißet. Der Geist erweitert dasHerz; der Eigennutz macht es enge. Der Geist er-