men da angreifen, wo sich sein Geist emporri'chtct, woer sich seines Verhältnisses und seiner Bestimmung be-wußt wird? Wo ist die Reue, welche die Erinne-rung an unsre Schuld, die Demuth, welche die Wahr-nehmung unsrer Schwache begleiten sollte? Wo istdie Begeisterung, die zu asem antrcibt, die zu allemstärkt, was gut und herrlich ist? Und in einem sol-chen Zustande, bep einer solchen Kälte gegen dasGeistige sollten wir den Ruf, voll Geistes zu werdenverstehen, sollten wir fähig sepn, ihm in stiner vollenBedeutung nachzukommen? Nein, wir müssenfühlen lernen, jene schimpfliche Gleich-gültigkeit muß verschwinden, wir müssenEmpfänglichkeit bekommen für höhereEindrücke: das ist es, was zunächst von uns ge-fordert wird.
Eben so wichtig ist die dritte Forderung: ent-reißet euch, der Macht des sinnlichen Be-gehrens. Ach) es liegt nur zu sehr am Tage,tausend Erscheinungen beweisen es, wie viel diesesbey uns vermag. Fast alles, was die Meisten schä-tzen, worauf sie ausgehen, wovon sie ihre Befriedi-gung erwarten, ist ihnen von ihren sinnlichen Begier-den empfohlen. Sie überlassen sich diesen BegierdenMit einer ^ :eyheit, die sich jeder Einschränkung, sogut sie kann, zu entledigen sucht. Diese Begierdenerheben sich oft zu einer Starke, der nichts widersteht.Sie haben fast überall das Ansehen und den Einstußan sich gerissen, die der Vernunft gebühren. Es isskeine Schande, worein sie nichst den Menschen stürzen,