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Festpredigten
Entstehung
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zu achten, daß man da, wo sie sich von selbst aufdrin-gen , nichts aus ihnen zu machen weiß, wer kann daslaugnen? Niemand darf behaupten, daß es denMenschen des Zeitalters an Gefühl fehlt, daß siege-gen alle Eindrücke verhärtet sind. Welche Wallungenwerden nicht in ihrem Blute erregt! Welcher Ge-walt der Empfindung sehen wir sie nicht erliegen!Sind die Genüsse, denen sie Nacheilen, etwas andres,als Reitzungen des Gefühles? Ist es nicht der Sturmder Gefühle, der so viele in die wildesten Ausschwei-fungen hinein zieht, und sie dadurch zu Grunde rich-tet? Aber eben die Heftigkeit und der zerstörendeEinfluß dieser Gefühle verrathen die Natur derselbengar zu deutlich. Es ist die Befriedigung der Neube-gierde, es ist der Kitzel der Sinne, es ist die Stil-lung eines thierischcn Gelüstens, es ist die Gluth ei-ner rohen Leidenschaft, woraus sie entstehen. Wofind dagegen die Gefühle, die im Geiste ihren Ur-sprung haben, die von dem hohem Adel unsers We-sens zeugen, die den Menschen gleichsam über sich selbsterheben? Wo sind die Gefühle, welche die Betrach-tung großer Wahrheiten, die Beschäftigung mit dmvortrefflichsten Gegenständen des menschlichen Nach-denkens, welche der Anblick des Erhabenen und Schö-nen um uns her hervorbrinzt? Wo ist jene Andacht,die sich in den Inbegriff aller Vollkommenheiten ver-senkt , die im Gedanken an Gott und die überirrdischeWelt ihre seligsten Genüsse findet? Wo sind die Ge-fühle der Verehrung, des Dankes, der Liebe, desVertrauens und der heiligen Freude, die den From-