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Festpredigten
Entstehung
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rechnet, von ganzen Schaaren umgeben zu seyn, diees zu allen brauchen kann. Man kann cs zugeben,daß der größte Zheil der Menschen kein andres Gesetzanerkennt, als seine Neigungen, seinen Eigennutz,seine Unersättlichkeit, und weder nach Gott noch nachGewissen etwas fragt, daß bey sehr vielen die Gewaltder Sinnlichkeit fast alle Regungen des sittlichen Ge-fühles erdrückt har, daß die Erscheinungen thierischerWohllust, roher Unmäßigkeit, kalter Gefühllosigkeitgegen fremdes Elend und eines anmaßenden Stolzesdeßwegen wenig mehr befremden, weil wir ihrer schonso sehr gewohnt sind, und daß das Lasier in unsermZeitalter Fortschritte gemacht hat, deren es sich frü-cher nicht rühmen durfte. Aber darum ist die Zugend-doch nicht aus unsrer Mitte verschwunden, und niewird es dem Laster gelingen, sie ganz zu verdrängen.Sie hat noch ihre warmen und getreuen Verehrer,von deren.,^iser sie alles erwarten darf, und die sichdem Strome des Verderbens um so nachdrücklicherentgegensetzen, je mächtiger er sich ergießt, und jeweiter er sich ausbreitet. Es fehlt auch in unfern Zagen nicht an Menschen, die ssey allem, wac- sie thun,ihr Gewissen zu Rathe ziehen, die ihre Entschließun-gen im Gedanken an Gott fassen, denen jeder Befehlder Pflicht heilig ist, die weder durch Versprechungennoch durch Drohungen dahin gebracht werden, daß siein das Unrecht willigen,, die es für ihren schönsten Be-ruf halten, öffentlich und im Stillen Gutes zu thun,die dem Elend willig zu Hülfe eilen, und, wo siekönnen, belehren, rathen, geben, unterstützen, er-