menschlicher Erkenntniß. Nicht ganz gering ist auchdie Zahl derer, bey denen die Wahrheit eine günsti-ge Aufnahme findet, denen sie sich nur zeigen darf-um ihre Achtung und Liebe zu gewinnen, die sie alsein heiliges Kleinod ehren, gegen jede Beeinträchti-gung bewahren, und sie mit unerschrockener Freymmthigkeit bekennen. Es sind noch Männer da, die,wenn es verlangt würde, bereit wären, ihr alles auf-zuopfern. So verherrlicht sich der GeistGottes, als ein Geist der Wahrheit, nochimmer unter den Menschen.
Der Geist Gottes ist, zweytens, einGeist der Tugend und der Heiligung. Er-.Neuerung des Herzens, Abscheu gegen das Böse, Fleißin allem Guten, unermüdetes Streben nach höhererVollkommenheit, das sind Wirkungen dieses Geistes.So lange noch Tugend geübt, und Eiferin der Veredlung des Herzens angetrof-fen wird: so lange verherrlicht sich auchGottes Geist unter den Menschen. Im-mer haben diejenigen, die in strengem Gehorsam ge-gen die Pflicht und in ungeheuchelter Gottesfurcht ihrLeben führten, die kleinere Zahl ausgemacht, wah-rend die meisten ganz sinnlicher Lust ergeben waren,und von sinnlichen Begierden geleitet wurden. DasVortreffliche ist nur durch große Anstrengungen zu er-langen , die man jederzeit beschwerlich gefunden hat.Und so mag es denn auch jetzt noch sepn. In großenKreisen mag sich die Tilgend vergebens nach achtenVerehrern umsehen, während das Laster kühn darauf