Druckschrift 
Festpredigten
Entstehung
Seite
347
Einzelbild herunterladen
 

347

pflichtet bist, wie er für dich gesorgt, wie er dich aus-gezeichnet hat. Jeder Blick in die verjüngte Welterinnere dich an den schuldigen Dank, und crmuntredich, dem dein Leben zu weihen, der dir diese Würdeverliehen hat. Bewahre aber auch diese Würde.Hüthe dich, daß du dich selbst nicht erniedrigst, daßdu dich nicht gleichsetzest dem Thiere, über welchesdich Gott so hoch erhoben hat. Schäme dich desLeichtsinnes und der Gedankenlosigkeit, der Trägheitund der Thorhcit. Fühle dich zu groß, um ein Skla-ve der Sinnlichkeit zu werden. Sey zu stolz, umdich durch Laster zu beflecken. Stehe fest auf der Hö-he, auf welche dich Gott gestellt hat; ehre an dir seinEbenbild. Genieße, was dir Angenehmes und Gu-tes dargebothen wird; nur bleibe dein Herz rein; nurgehe dir Nicht verloren das Kleinod des innern Men-schen. Indem du dein Haupt empor hebst, müssekein Vorwurf der Schuld es niederbeugen. Indemdie Herrlichkeit der verjüngten Natur dich entzückt,indem du fühlst was du bist, befestige sich in dirder Vorsatz, immer unsträflich vor Gott zu wandeln.

Auch an uns und durch uns soll Gottherrlich werden. Die ganze Natur verherrlichetihn; alles verkündigt sein Lob; alles bezeugt seineGröße und Güte. Wie traurig wäre es; wenn ervon uns nicht verherrlichet würde, wenn unser Da-seyn ihn gar lästerte, wenn unser Wirken die Verrin-gerung seines Ruhmes bezweckte. Und doch ist es oftso. Der Mensch, der das Bild der Gottheit am

Z