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Festpredigten
Entstehung
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312
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ZI2

Schanden wird. Der Tod fordert noch immer seineBeute, und zieht Entbehrliche und Unentbehrliche,Jünglinge und Greise, Glückliche und Elende insGrab.

Nie wird auch wohl die Zeit auf Erden erschei-nen, wo die Menschheit von allen Drangsalen freywäre. Diese werden immer zur Erziehung derselbenunentbehrlich scyn. Nur im Kampfe werden die herr-lichen Preise des Lebens gewonnen. So lange es La-ster unrer den Menschen gibt, ist Noth erforderlich,um dasselbe einzuschranken. Und ist nicht das Lasierselbst die Quelle der größten und furchtbarsten Uebel?Können die übrigen wohl in Vergleichung gebrachtwerden mit denen, die aus ihm entspringen? Müs-sen wir nicht fast überall, wo wir Elend finden, dasLasier entweder in uns selbst oder in andern anklagen?Es ist der Mühe wehrt, daß wir hierhin einmal unsreBlicke richten, daß wir das Lasier einmal in seinemEinflüsse auf das Ganze und in Beziehung auf dentraurigen Zustand unsers Geschlechtes, daß wir dieNiederlagen und Verwüstungen, die es hier anrichtet,genauer betrachten, daß wir hören die lehrenden undwarnenden Stimmen, womit diese Verwüstungen zuuns reden. Dazu sammle sich denn unser Geist indiesen der Andacht gewidmeten Augenblicken.

T e x t.

Sprüchw. 14 v. Z4.

Die Sünde ist der Leute Verderben.

Die Wahrheit dieses Ansspruches bestätigt sich an