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Wenn man Ehre giebt dem Ehre gebührt, und über-all den nöthigen und heilsamen Anstand beobachtet;wenn die Menschen still das Ihrige schaffen und sichredlich ernähren von dem Werke ihrer Hände. WennSittsamkeit, Schamhaftigkeit und Keuschheit wie einköstlicher Schmuck geschätzt sind, und die Verletzungderselben mit Schande gebrandmarkt geht; wenn dasLaster sich zurückziehen muß in die Verborgenheit, umnicht überall Unwillen und Abscheu zu erregen; wennjede Leidenschaft sich genöthigt sieht, sich wenigstensdem Zwange einer äußerlichen Ehrbarkeit zu unter-werfen; wenn man Häuslichkeit, Eingezogenheit,eheliche Treue, kindliche Folgsamkeit, herzliche Liebe,innige Thcilnahme, Einfachheit in der Lebensweise,Sinn für stille Freuden in den meisten Familien an-trifft, diese Tugenden noch allgemein als etwas Ehr-würdiges , als das Wesentliche des echten Lebensglü-ckes betrachtet werden.
Der wilde Geist der Ungebundenheit.hingegen hat da seinen Thron aufgeschlagcn, wo dieLeidenschaften der Menschen unbändig geworden sind,sich in alle Angelegenheiten der Menschen mischen, undsich, ohne irgend eine Einschränkung zu dulden, allerHandlungen bemächtigen; wo jeder thut, wozu erLust hat und was er kann; wo man nicht das Gesetz,sondern nur seine Strafe scheut, und sich aus der fre-velhaftesten Uebertretung kein Gewissen macht, so baldman die Nachtheile derselben zu vermeiden weiß; woList und Gewalt das Recht beugen, und der Trotz sichgegen jedes ehrwürdige Ansehen auflehnt; wo man