der Geist in seiner unendlichen Fortdauer gewinnenoder verlieren kann. Sein zeitliches und sein twigesHeil ist ihm stäts vor Augen und im Gedanken daranprüft er seine Gesinnungen und seine Thaten. Aberdie Folgen sind nicht das Einzige,' worauf er bei sei-nen Handlungen Rücksicht nimmt; er kennt und ehrtauch ein heiliges Gesetz des Rechts, dem alles entspre-chen soll; 'er glaubt und fürchtet einen Gott, der einstnach diesem Gesetze richten wird. Jenes Gesetz ist ihmRichtschnur seines Lebens; er scheut sich dasselbe zuübertreten. Oft erhebt sich seine Seele zum Ewigen;gerne beschäftigt er sich mit ihm; willkommen sind ihmdie Stunden der Andacht, willkommen die Stundender öffentlichen Anbethung; willkommen ist ihm alles,wodurch er Ehrfurcht gegen Gott an den Tag legt,willkommen jede Uebung, die ihn im Vertrauen undin der Liebe starken kann. In gemeinnütziger Thatig-keit achtet er eignen Vortheil wenig; edelmüthig op-fert er sich auf; großmüthig vergibt er dem Beleidi-ger. Nie verliert er Nüchternheit des Geistes undAchtsamkeit auf sich selbst. Er ist fest in seinen Grund-sätzen, mäßig in seinen Genüssen und unablässig be-müht, seinem großen Berufe nachzukommen. Sofindet Ihr es bey den Menschen, unter welchender Geist des Ernstes herrscht.
Der Leichtsinnige gibt sich nicht alleindurch jene jugendliche Flüchtigkeit zu erkennen, bei-der nichts haftet, die nichts zu Herzen nimmt, dieimmer zerstreut ist, immer von Einem zum anderneilt, jeder Ladung des Vergnügens folgt, von jedem