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alles von sich schreckt, der mit herber Strenge jedeFreude verdammt, und keinen andern würdigen Ge-brauch des Lebens kennt als den, sich dasselbe zurQual zu machen. Nein, das ist kein guter Geist,der sich in solchem Ernste offenbart. Der vernünf-tige Ernst ist eine Frucht der Weisheit;er ist dem Frohsinne nichts weniger als feind, undgesellet sich gerne zur schuldlosen Freude; aber er ver-hüthct, daß diese Freude nicht ausschiveife, und nichtals der höchste Zweck des Lebens angesehen werde.Wer diesen Ernst besitzt, der kennt die Wichtigkeitdes Lebens und dessen, was der Mensch im Leben zubesorgen hat. Erweiß, und es ist ihmimmergegenwär-tig, daß er etwas Großes werden soll, und daß vonder Anwendung seiner Kräfte alles abhangt. Für ihnist keine Zeit zu verträumen, zu vertändeln und nachWillkühr zu verbringen; jeder Augenblick hat bedeu-tende Geschäfte, die seine ganze Aufmerksamkeit undAnstrengung fordern; jeder Augenblick soll mit Fort-schritten bezeichnet seyn. Nur zur Erhohlung, zurAufheiterung, zur Erfrischung seines Muthes dientihm die Freude. Die Bemühungen, die er seiner Be-stimmung widmet, sind ihm nicht Neben - sondernHauptsache. Er unternimmt nichts gedankenlos; erhandelt nicht nach Anwandlungen und Einfällen. Erprüfet bedächtlich alles, was bey einer Sache in Er-wägung zu ziehen ist. Er sieht dabey nicht bloß aufdie nächsten, sondern auch auf die entferntem Folgen;erbleibt nicht bey dem stehen, was in diesem Lebenzum Vorschein kommt; er denkt auch an das, was