mit uns an Einem Orte leben oder zu Einem Volkegehören, antreffen. Fassen wir sie in dem letztemSinne: dann haben wir uns die Frage zu beantwor-ten: was für ein Geist herrscht unteruns? Diese ernsthafte und besonders für die Feperdes heutigen Tages wichtige Frage soll jetzt der Gegen«stand unsers Nachdenkens sepn.
Ich werde
1. den Inhalt derselben entwickeln, und
2. zeigen, wie wichtig sie unS an demheutigen Tage sepn muß.
i.
Zu jeder Zeit und an jedem Orte ist ein gewis-ser Geist unter den Menschen herrschend, von welchen,wo nicht alle, doch die meisten geleitet werden, eineeigenthümliche Beschaffenheit des Den-kens, des Willens und des Thuns, dieentweder mit der Bestimmung unsersWesens,und mit dem heiligen Sinne, dendas Christenthum in uns Hervorbringenwill, übereinstimmt, oder damit streitet,von welcher entweder Wohlstand und Zu-friedenheit oder Zerrüttungen und Elendausgehen, und sich über allles verbreiten.Dieser Geist drückt sich in allemaus, was hier dieMenschen äußern, genießen, leiden, erstreben und un-ternehmen, in ihrem Betragen gegen sich, gegen an-dre, und besonders gegen das, was jedem Vernünf-