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schm blicken; wir werden Wahrheit und Schein rich-tiger unterscheiden; wir werden der Gefahr entgehen,den Redlichen zu- verkennen, und uns dem Betrügeranzuvertrauen. Wollen wir nicht leichtsinnig unserGlück auf das Spielchen; wollen wir nicht unbeson-nen mit einftimm.cn in das ungerechte Urtheil der be-thörten Menge; wollen wir Lob und Zadel, Achtungund Abscheu gerecht vertheilen: dann müssen wir sorg-fältig achten auf die Ereignisse und Schicksale, wo-durch Gott die Gesinnungen der Menschen ans Lichtbringt. Die Wege Gottes zu betrachten ist nicht bloßSache des Frommen, den Bedürfnis des Herzens da-zu treibt; es ist auch Sache des Weisen, der überalldem Lichte eines erleuchteten Verstandes zu folgenwünscht; sie enthalten unerschöpflichen Reichthum derErkenntniß.
Die Wahrheit, daß Gott durch Ereig-nisse und Schicksale ans Licht bringt, wasim Finstern verbortzen ist, muß uns, drit-tens, von voreiligen Urtheilen über dieGesinnungen und den Wehrt andrer war-nen- Richtet nicht vor der Zeit, bis derHerr kommt. Es ist ein unseliger Hang der Men-schen , vor der Zeit zu richten. Durch einzelne Aeußc-rungen, die ihnen nicht einmal recht klar gewordensind, durch Handlungen, die mancherlei) Deutungenzulassen, durch zufällige Erscheinungen, aus welchennichts folgt, halten sie sich schon für berechtigt, überdie Absichten und den Charakter des Menschen, oftmit schreckender Harte, abzusprechen. Daher so viele