Gerechtigkeit, der nichts entgeht, mit Erstaunen of-fenbaren sehen?
Die Wahrheit, die w-ir heute be-trachtet haben, muß uns, zweytens, zur öf-ter» und angelegentlichen Betrachtungder göttlichen Wege ermuntern. Sie ganzzu verstehen, wird zwar nie einem Sterblichen gelin-gen. Denn Gottes Gedanken sind nicht unsre Gedan-ken ; und wie könnte unser beschrankter Blick den Zu-sammenhang des Ganzen übersehen, in welchem dochjedes Einzelne gegründet ist? In sehr vielen Fallenwerden wir schweigend den unerforschlichen Rath desEwigen ehren müssen. Wenn wir indeß auch nichtalles erlangen können: so dürfen wir doch nicht ver-schmähen , . was uns zu erreichen möglich ist. Wennwir auch nie die Tiefen der Gottheit durchschauen wer-den : so dürfen wir doch nicht gleichgültig bleiben, woGott die Gesetze, nach welchen er regiert, uns dar-legt. Je aufmerksamer wir sind auf die Ereignisseder Welt und die Schicksale der Menschen: desto mehrwird uns die hohe Weisheit derselben einleuchten;desto mehr werden wir durch deutliche Spuren zweck-mäßiger Führungen, wohlthätiger Warnungen,freundlicher Belehrungen, liebevoller Stärkungen undgerechter Vergeltungen überrascht werden; desto mehrwerden wir die kunstvolle Verbindung aller Einrichtun-gen und Anstalten Gottes bewundern lernen. Abernicht allein das — svir werden auch die befriedigend-sten Aufschlüsse über Dinge, die uns sehr wichtig sind,gewinnen; wir werden tiefer in das Innere der Men-