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Festpredigten
Entstehung
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272
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auch unter solchen Ereignissen, die uns aller-Vorrheileder Tugend berauben, und nichts als Aufopferungenfordern, sie allen Belohnungen der Welt verziehen:dann beweist es sich , daß wir sie um ihrer selbst wil-len liebten, daß unser Herz ihr ergeben war. Wennwir uns des Bösen auch da enthalten, wo wir es un-bemerkt und ungestraft begehen könnten: dann erst be-weist cs sich, daß es uns wirklich zuwider war, unddaß die Verachtung desselben uns davon zurück gehal-ten hat.

Manches Gute und manches Bose liegt im Men-schen, der Welt und oft auch ihm selbst verborgen,bis es, durch große Ereignisse angeregt, hcrvortritt,und die Sinnesart dieses Menschen kund thut. Zu-fälle von mancherlep Art wecken schlummernde Gefühleund Neigungen auf, entdecken die Keime der Leiden-schaften, die sich dann schnell zu erkennen geben. Ue-Lerhaupt muß man, um einen Menschen ganz zu er-forschen, ihn unter verschiedenen Umstanden beobach-ten ; denn diese haben immer großen Einfluß auf seinThun. Ereignisse und Schicksale müssen uns dazu be-hülflich seyn. Wie oft stellen uns diese den Men-schen in einer Gestalt dar, die ganz von der verschie-den ist, in wolcher wir ihn zu sehen gewohnt sind!

Ereignisse und Schicksale ziehe«/endlich, die Gesinnungen der Menschenoft mit Gewalt ans Licht. Lasset cs einemMenschen noch so sehr darum zu thun seyn, seine Ge-danken, Gesinnungen und Anschläge zu verbergen: erwird doch wohl einmal in eine Lage geführt werden,