Schmach und diesen ausgesuchten Martern. Immerhatte ihn sein Weg über Dornen geführt. Sein Ge-schäft entfernte'ihn von den Bequemlichkeiten und denFreuden der Welt, verstattetc ihm selten die nöthigeRuhe und die Befriedigung der dringsten Bedürfnisse.Alles,,was im Betragen der Menschen ein nicht ganzgefühlloses Herz kranken kann, hatte er erfahren.Und was für Auftritte hatten sich in der verflossenenNacht und an diesem Tage gezeigt! Was hatte erempfunden, als er im Garten im Staube lag, undklagte, seine Seele sep betrübt bis in den Tod, undbethcte, daß dieser Kelch möge vorüber gehen! Wiewar er von einem Richter zum andern geschleppt wor-den! Wie blutig hatte man ihn geschlagen, wie un-barmherzig ihn genöthigt, sein Kreuz eine großeStrecke des Weges selbst nachzuschlepven! Unter wel-chen Qualen hatte er da gehangen! Jetzt war der Kelchauögetrunken, jetzt waren feine Kräfte erschöpft, jetztbrach der Schmerz sein Herz, und müde sank seinHaupt hin zum letzten Schlummer. O, wohl ihm,daß er vollbracht hat, daß kein Feind ihn mehr krän-ken, daß keine Unmenschlichkeit mehr spotten kann überseinen unendlichen Jammer. Es war Großes undSchweres, was er vollbracht hatte. Dafür umfingihn denn auch jetzt selige Ruhe; dafür wartete seinerunaussprechliche Belohnung.
Vollbracht war endlich der ganzeLauf seines schvnenLebens. Wenn cS un-wohl thut, seine Leiden geendigt zu sehen: so kön-nen wir hieran nur mit Traurigkeit denken. Wer