von bloßen Überzeugungen dadurch, daß sie unmit-telbar auf unfern Willen gerichtet sind, und von den-selben befolgt werden sollen, wahrend die letzten zu-nächst für unfern Verstand gehören, und nur mittel-bar auf den Willen wirken, auch nicht eigentlich be-folgt werden, wohl aber die Befolgung gewisser Re-geln befördern können. Wenn daher gleich unsreGrundsätze im Ganzen unser stilles Nachdenken aufdieselbe Weise, wie unsre Ueberzeugungcn beschäftigensollen: so verdienen sie doch wegen der angeführtenbesonder«: Eigenschaft noch eine nähere Erwägung.Es sind ihre Beschaffenheit, ihre Schick-sale, ihr Wehrt und unsre Pflichten inAnsehung derselben, was uisscr Nachdenkenbefassen soll.
Wir sollen demnach, zuerst, heute dieBeschaffenheit unsrer Grundsätze prü-fen. Und da enisteht vor allen andern die Frage:haben wir bisher überhaupt Grundsätzegehabt? Es ist am Tage, daß es vielen Menschendaran gänzlich fehlt. Ihr Wille gehorcht keinen fe-sten Regeln. Es ist ihnen nie eingefallen, daß nurEins das Beste sepn könne, daß man dies immer vorAugen haben, und darnach seine Handlungsweise ein-richten müsse. Sie thun das, was man ihnen einzu-reden weiß, wozu die Lust des Augenblickes, das Ge-fühl oder der Trieb, welche grade jetzt in ihrer Seeledie stärksten sind, sie leiten, wenn nicht gar — fort-reißew Das ist aber ein äußerst unwürdiger und ge-fährlicher Zustand. Ohne Grundsätze ist es nicht mög-