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Festpredigten
Entstehung
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138
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IZ8

das Werk menschlicher Neigung und menschlicherKurzsichtigkeit. Es ist nicht genug, daß Euch et-was unschädlich oder gar heilsam zu seyn scheint;wie oft trügt nicht der Schein! Und viel gehörthier dazu, um den Schein von der Wahrheit zuunterscheiden. Aber welcher Sterbliche übersiehtdenn den Zusammenhang der'Dinge und seines Le-bens, daß er mit Gewißheit entscheiden könne, waS, wahrhaft und in jeder Hinsicht gut genannt zu wer-den verdient? Frcylich gelingt es uns selten. Dochgibt es gewisse Dinge, die man immer unbedenklichfür gut erklären darf, weil sie zu unsrer höchstenBestimmung gehören, oder wohl gar mit derselbeneins sind. Hier aber auch nur hier allein dürfen wirzuversichtlich hoffen, ob wir gleich das Wenn undWie auch hier der Vorsehung überlassen müssen.Bey allem andern sollen' wir zwar hoffen, aber unsauch bescheiden, daß die Erfüllung unsrer Hoffnun-gen von gewissen uns unbekannten Bedingungen ab-hängt.

Darum müssen, viertens, alle Hoffnun-gen mit Unterwerfung unter den Wil-len Gottes gepaart gehen. Er allein weiß,ob es besser sey, daß wir noch eine Zeit lang lei-den, oder daß wir jetzt von unfern Leiden erlösetwerden, ob es besser sey, daß es auf diese Art unddurch diese Mittel, oder auf jene Art und durchjene Mittel geschehe, ob es besser sey, daß wir jetztErsatz bekommen, oder zu einer andern Zeit, daßunsre Bemühungen auf einem kurzen Wege oder