und tugendhafter Sinn soll sich nicht bloß kn Wortenund Werken; er soll sich auch in den geheimsten Be-wegungen unsers Herzens, er soll sich auch in den stil-len Beschäftigungen unserS Geistes, er soll sich auch inunfern Wünschen und Hoffnungen ausdrücken. SeydIhr von den Gesinnungen wahrer Christen erfüllt:dann werdet Ihr kein Glück hoffen, das bloß in derBefriedigung unreiner Lüste besteht — kein Glück,das nur durch den Gebrauch ungerechter Mittel er-langt werden kann; Ihr werdet nicht hoffen, daßGott Euch, an Euerm Feinde rachen, daß er EureNebenbuhler beschämen, daß er die, die Ihr beneidetberauben, in Dunkelheit Herabstürzen, oder gar ver-nichten werde; Ihr werdet nicht hoffen, daß'EureRettung durch den Untergang anderer, die Verbesse-rung Eures Zustandes durch die Verschlimmerung desZustandes Eurer Brüder bewirkt werde. Unterdrücktsie, wenn solche Hoffnungen sich in Euch regen; nurzum Verderben Eures Herzens könnet Ihr sie beyEuch unterhalten. Durch sie müsse der erste Morgendes Jahres nicht entweiht werden.
Hoffet, zweptens, nichts Thörigtes undUngereimtes. Hoffet nichts, was der unabän-derlichen Einrichtung der Natur widerspricht. Sol-che Hoffnungen können nichts anders als Euch be-trügen, als Euch mit elenden Gaukclepen Hinhalten,und Euch verhindern, die Maßregeln zu ergreifen,durch welche Ihr jetzt für Euer Wohl zu wirkenvermöget, Bey Gott ist zwar kein Ding unmög-lich; aber es verträgt sich nicht mit seiner Weis-