Ihr die Würde der menschlichen Natur zu ehrenwisset.
Die feurigste, die anhaltendste und weiseste An-strengung ist indeß allein nicht hinreichend, unsreHoffnungen hinlänglich zu begründen. Durch sie al-lein wird unser Zustand noch nicht verbessert, dasWohl andrer noch nicht geschaffen, das Vaterlandnoch nicht beglückt, die Menschheit noch nicht emporgehoben. Unsre Mitmenschen müssen ihre Kräfte mitden unsrigen vereinigen, tausend Umstände, die nichtin unsrer Gewalt sind, müssen uns begünstigen. Obdieses geschehen werde, wissen wir nicht; wir müs»sen die Erfahrung fragen, wie es damitbisher gewesen ist. Und wenn die Antwort,welche sie uns ertheikt, unsre Wünsche nicht ganz be-friedigt: so läßt sie uns doch auch nicht ganz ohneTrost. Vielleicht würde es uns gelingen, ohne dieHülfe'derselben, unsern Hoffnungen eine Lebhaftig-keit zu geben, die uns an der Erfüllung derselbennicht zweifeln ließe. Aber das hieße doch, sich selbsttäuschen — und was wäre mit einer solchen Täu-schung gewonnen? Was mehr, als daß wir Augen-blicke süß verträumen, um nachher desto schrecklicheraus diesen Träumen zu erwachen — daß wir uns insüßen Erwartungen eine Zeit lang hin und her wiegen,um nachher imre zu werden, daß nichts davon wirk-lich wird. Die Erfahrung bekehrt uns zwar, daß un-ser Hoffen oft vergebens war, daß die Errettung, derErsatz, das Gelingen und die Verbesserung nicht so er-folgten, daß unsre Wünsche für dre Unsrigen, für