Herzens jetzt vergebens nachweint, gewiß sind unterEuch viele, die dadurch betrogen wurden, daß sie ihrZeitalter nicht kannten. ,
Jede Zeit hat auch ihre besonder» Leidenund Unglücköfälle; und auch sie verwunden oftdie Ruhe unsers Herzens rief. Nicht selten lassen sichdiese Leiden vermeiden; aber um das zu können, müs-sen wir sie ab Uebel, die unsre Zeit drücken kennen,wir müssen wissen, wie sie in dem Eigentümlichender Zeit gegründet sind, und aus welchen Quellen sieentspringen. Das ist ein Vortheil in welchem nurIhr Euch befindet, die Ihr stäts auf die Zeichen derZeit aufmerksam wart. Immer lassen sich die Unbe-quemlichkeiten der Zeit, wann wir auch nicht imStan-de sind, sie zu heben, oder uns ihnen zu entziehen ,erleichtern. Dazu wird indeß erfordert, daß wir siegenau ins Auge fassen, daß wir sie in ihrer wahrenGestalt, in ihrem Zusammenhänge mit ihren Ursa-chen und Folgen und mit den Begebenheiten der Weltüberhaupt erblicken. Und das vermoget wiederumnur Ihr, die Ihr die Zeichen der Zeit recht beach-tet, und so wohl ihre Freuden und Erquickungen,als auch ihre Unbequemlichkeiten und Leiden in ihrernatürlichen Beschaffenheit habt kennen gelernt. Nichtsaber kann Euch Ruhe geben, nichts kann Euch auf-richten unrer dem Drucke einer unglücksvollen Zeit,kein Trost kann bey Euch wirken, die Ihr es ver-säumt habt, die Zeichen der Zeit sorgfältig zu be-trachten.
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