Druckschrift 
Festpredigten
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

112

von dem loszusagen, dem alle beystl'mmen, wodurchman sich allen empfiehlt, und den beliebtesten gleich-siellt, da diese Jrrthümer in solchen Umstanden ihrenGrund haben, oder doch durch solche Umstande be-günstigt werden, die auch auf uns ihren bezauberndenEinfluß äußern. Jedes Zeitalter hat seine besondernFehler, seine verkehrten Neigungen und Handlungs-weisen. Diese begegnen uns überall, und preisen sichuns auf das stärkste und nachdrücklichste an, sie ge-hen unvermerkt in uns über, wir ahmen sie unwill-kührlich'nach, wenn wir uns nicht sorgfältig dagegenverwahren. Wir ahnden es oft in unsrer Unbesorgt-heir nicht einmal, daß darin etwas Schlimmes ist,oder daß eine Verwandlung sin uns vorgeht. Es istunvermeidlich, daß wir von Jrrthümern und Fehlernangesteckt werden, daß der Aberglaube sich unsrer be-mächtigt, daß Her Unglaube uns fortreißt, daß dasLaster unser Herz vergiftet: wenn nicht Aufmerksam-keit auf die Zeichen der Zeit uns mit dem Falschen,Thörigten und Unsittlichen derselben bekannt macht,und uns dadurch in den Stand setzt, uns gegen das-selbe zu waffnen. Ein jedes Zeitalter hat seine be-sondern Vergnügungen, denen es vorzüglichnachgeht, seine besondern Zwecke, nach denenes vorzüglich strebt, seine besondern Beschäfti-gungen, denen es sich vorzüglich widmet. In al-lem dem ist vielem, was uns zum Bösen reitzt, waSuns dem Laster überliefern kann: wenn uns nicht Er-fahrung und Kenntniß dagegen schützen- O, »IhrUnglücklichen, die Ihr der verlornen, Ruhe Eures