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Festpredigten
Entstehung
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Iio

heit ist diejenige Eigenschaft, die uns am meisten Gottähnlich macht. Wer den Ruhm wahrer Weisheit,haben will, der muß sich immer den Umständen derZeit angemessen betragen, und die Forderungen, wel-che sein Zeitalter an ihn richtet, erfüllen. Jede Zeitbringt ihre besonder» Gelegenheiten, etwas Gutes zubeginnen oder zu vollenden mit. Die Weisheit ver-langt, daß wir diese Gelegenheiten nicht versäumen,daß wir sie begierig ergreifen, daß wir sie schnell,ganz und zweckmäßig benutzen. Wie werden wir dasaber vermögen, wenn wir mit den Zeichen der Zeitunbekannt sind? Jede Zeit macht gewisse Einschrän-kungen nöthig; bald müssen wir unfern Aufwand mä-ßigen , bald in unfern Mittheilungen behutsamer seyn,um der Schwachen willen, bald in unserm Betragenuns einen gewissen Zwang anthun, damit wir nichtwider unfern Willen anstößig werden. Wird die For-derung der Weisheit uns hierin verständlich sepn,wenn uns nicht Aufmerksamkeit auf die Zeichen derZeit mit der Noth, mit dem geistigen und sittlichenZustande, mir den Jrrthümcrn und Schwächen der-selben bekannt gemacht hat? Jede Zeit hat ihre eig-nen Gebrechen und ihre eignen Bedürfnisse. DieWeisheit macht es uns zur Pflicht,,jenen abzuhelfen,diese zu befriedigen, und uns bep beyden der bestenMittel zu bedienen. Dadurch erst werden wir Wohl-thater unsers Zeitalters, und vergelten ihm die Ver-dienste, die es sich früher um uns erworben hat.Wie sind wir dazu im Stande, wenn wir von denGebrechen und Bedürfnissen des Zeitalters nicht un«