Druckschrift 
Festpredigten
Entstehung
Seite
109
Einzelbild herunterladen
 

Gottes. Das können wir aber nur dann feyn,wenn wir das Gute/ das außer uns ist/ anerlen-nen/ uns desselben dankbar freuen / und es nach be-stem Vermögen zu vermehren suchen. Nein/ wirverehren Gott nicht/ wie wir ihn verehren sollen/wenn wir überall nur Schlechtes und Unvollkomme-nes/ Verfinsterung/ Unsittlichkeit/ Elend und Vor-boten einer trüben Zukunft antreffen. Mit .stillemSchmerze/ oder mit bangen Zweif ln/ oder mit lau-ten Klagen müffen wir dann unser» Blick zu Gottemporrichten- Und das geschieht nur zu häufig; nurzu oft wird dadurch die kindliche Anbetung Gattes un-möglich gemacht. Jedes Zeitalter hatgewiß seine Vor-züge/ die es wehrt sind/ daß wir uns ihrer dankbarfreuen; aber wir vernehmen sie nicht / .weil wir aufdie Zeichen der Zeit nicht achten. Nicht immer fal-len sie so gleich in die Augen; oft scheinen sie beym er-sten Blicke drückende Uebtt zu sepn.' An allgemeinerBewegung/ an furchtbaren Verwirrungen sollten dieJünger merken/ daß ihre Erlösung nahe sey. Auf-merksamkeit/ angelegentliche Aufmerk-samkeit auf die Zeichen der Zeit ist--thig/ wenn wir überall die Würde wah-rer Christen zeigen wollen.

Ohne diese Aufmerksamkeit ist esnicht möglich/ uns den.Ruhm wahrer Wei-sen zu v erschaffen. Christen sollen auch ^Weisefeyn; dadurch sollen sie sich vor der Welt auszeichnen,daß sie überall das Beste wählen und vernünftig han-deln. Ohne Weisheit glbt es keine Würde. Weis-