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Festpredigten
Entstehung
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108
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samkeit nicht versagen. Echte Christen sollensich durch ein höheres Licht des Verstandes, durchumfassendere Einsichten in alle Dinge, die mitdem Heile des Menschen in Verbindung stehen,auszeichnen; ihnen darf nichts fremd seyn, was hier-hin gerechnet werden kann; sie müssen vorzüglich das.senige kennen, worin sich der große Gang der Vor-sehung offenbart. Werden wir aber diese Forderungerfüllen, wenn wir nicht'achten auf die Zeichen derZeit? Werden wir uns als Menschen, die vom Lich-te des Evangeliums erleuchtet sind, darstellen, wennuns die Ereignisse, die Denkart, die Sitten und dieAnkündigungen unsers Zeitalters unbekannt sind,wenn wir mit demselben fortgehen, ohne zu wissen,welcher Geist uns führt, und wohin wir durch ihngelangen müssen? Wahre Christen sollen in allem,was sie umgibt, das Wahre vom Falschen, das Gutevom Schlechten, das Mangelhafte vom Vollkomm-nen, das Hoffnunggebende vom Bedenklichen unter-scheiden. Dadurch sollen sie es an den Tag legen,daß sie den göttlichen Unterricht, der ihnen zu Theilgeworden ist, recht zu schätzen und anzuwenden wis-sen. Werden wir dieser Forderung Genüge leisten,wenn die Zeichen der Zeit uns nicht belehrt haben,ob dieselbe eine erleuchtete oder eine sinstre- ob ihreDenkart eine edle oder eine verwerfliche, ob ihr Zu-stand ein glücklicher oder ein bedauernswürdiger ist,und ob wir uns bei der Betrachtung desselben fro-hen Hoffnungen oder traurigen Befürchtungen über-lassen sollen? Echte Christen sind wahre Verehrer