streben; wo man die Wahrheit willig dem Scheineopfert, wann nur der Schein vergnügt; wo man mitden gemeinsten und unnützesten Beschäftigungen seineZeit tödtet; wo man den Genüssen des Augenblickesalles hingibt; wo Zerstreuung und Befriedigung derNeugierde das Einzige ist, was die Gemüther von tau-senden ausfüllt; wo äußeres Gepränge, tönende Nah-men, ein gläüzender Aufwand das höchste Ziel derEhrbegierde sind.
In einem rechtlichen Zeitalter achtet je-der das Gesetz; man liebt und sucht das Maß, dieOrdnung und das Gleichgewicht; man unterwirft sichden Vorschriften, die diese bezwecken; man sucht dasAnsehen dieser Vorschriften aufrecht zu erhalten unddie Beobachtung derselben zu befördern. Das istkein rechtliches Zeitalter; wo jeder sich be-strebt, das Gesetz zu umgehen, an die Stellen dessel-ben seinen Eigennutz oder seine Willkühr zu setzen,das Ansehen desselben zu untergraben, seine Forderun-gen und Drohungen unwirksam zu machen; wo dieUngebundenheit immer frecher gegen das Gesetz auf-Iritt und Ausschweifungen jeder Art seiner spotten.
In einem uneigennützigen Zeitalterfindet man Achtung gegen andre, thätigen Eifer, ihrWohl, selbst mit Aufopferung des eignen , zu beför-dern, echten Gemeingeist, der sich nicht weigert, La-sten zu tragen, Beschwerden zu übernehmen, undsein Vermögen, wie seine Kräfte aufzubiethen, wenndas allgemeine Beste dies nothwendig macht. Das istkein uneigennütziges Zeitalter; wo jeder zu-