tungen; frühe wird die Jugend zur Religiosität ge-bildet; ein religiöser Geist lebt in allen Anstalten; derGedanke, die Welt vergeht mit ihrer Lust, ist in un-fevm ganzen Betragen gleichsam sichtbar. Das istkein religiöses Zeitalter; wo man den Nah-men Gottes freventlich entweiht, und eine Ehre da-rin sucht, heilige Dinge dem Gelachter Preis zu ge-ben; wo die Kirchen leer stehen, und die Altäre nichtmehr besticht werden; wo man alles flieht, was dasAndenken an das Unsichtbare in uns erwecken könnte;wo man es, so viel als möglich, verhüthet, Gegen-stände des Glaubens öffentlich zu nennen; wo man inden Gesellschaften der Menschen von allem hört, nurnichts von Gott und dem was göttlich ist; wo dieje-nigen, die noch religiöse Ueberzeugungen und Gefüh-le haben, dieselben geflissentlich verbergen; wo die öf-fentliche Einrichtungen keine Spur davon aufweisenkönnen, daß die Urheber derselben Religion hatten;wo die Jugend ohne Religion aufwächst; wo alle Be-strebungen dafür zeugen, daß unser Wünschen undHoffen sich auf das Vergängliche beschränkt hat.
In einem weisen Zeitalter schätzt man je-des nach seinem wahren Wehrte; da liebt man dasGroße und Würdige; da setzt man sich die dessenZwecke vor, und biethet die tauglichsten Mittel auf,sie zu erreichen; da scheut man keine Anstrengung,wo es um rinen köstlichen Preis zu thun ist. Dasist kein weises Zeitalter; wo nur wenige Men-schen die Fähigkeit haben, das Große und Würdigezu schätzen, die wenigsten aber Kraft, ihm nachzu-