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und tritt Gleichgültigkeit an ihre Stelle. Allmah--liq wird das sittliche Gefühl verfälscht und abgestumpft;allmählig wachst die Leidenschafr an, bis sie von keinerEinschränkung mehr wisstn will. Allmählig schwindetdie Liebe zu Gott und zu allem Guteu dahm; werdendie Gesinnungen der Ehrfurcht, des V-.'nrauens, derErgebenheit , und der Menschenliebe geschwächt, undwir träger und kälter, unsre Psticht zu erfüllen.
Dieser Fortgang zum Schlimmer» würde unsoft entgehen, wenn wir unS noch so sorgfältig beob-achteten. Aber auch hicrinn fehlt cs uns meistenTheils. Der Strom der Veränderung treibt unsfort, ohne daß wir eS gewahr werden. Unsre Mcy-riungen gestalten sich um, unsre Einsichten verschwin-den, unsre Grundsätze werden gegen andre verrauscht,unser Gewissen wird verhärtet, unser Herz erkaltet,unsre Begierden steigen zum flammenden Ungestüm,wir begehen tausend Fehltritte; und bemerken das al-les nicht. Als die Leute schliefen, da saete der Feinddas Unkraut. Die Augenblicke, wo wir uns selbstnicht bewachen, sind die gefährlichsten unsers Lebens.Nicht genug, daß unsre Unachtsamkeit uns den Fallbereitst. Oft verläßt uns die Verblendung auch dannnoch nicht, wenn wir merklich schon gefallen sind.Die größer» Fehltritte, die schwerem Vergehungenhält freylich dem noch nicht ganz Verstockten das Ge-wissen vor; aber diejenigen, worin das Böse im Stil-len das Herz umklammert, bleiben uns gewöhnlich,selbst wenn wir sie begangen haben, verborgen; wirpflegen sie unter die unbedeutenden Dinge zu rechnen.