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Festpredigten
Entstehung
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düs Acußere überredet. Ihr werdet gestehen müssen,daß wir keinen Augenblick außer Gefahr sind schlim-mer zu werden. Ist aber das: dann ist gewiß auchnöthig, daß wir oft untersuchen, ob wir es nichtschon wirklich geworden sind.

Um so mehr, da dies gewöhnlich ganzunvermerkt geschieht- Nicht auf einmal be-mächtigt sich das Böse des Menschen ganz. Langsamund unscheinbar ist sein Entstehen. Aus Keimen, diewir nie dafür gehalten hatten, entwickelt es sich. Ge-danken, Empfindungen, Eindrücke und Begierden,in denen wir nichts Sträfliches finden konnten, dienur nach und nach sich trübten, > nur nach und nach inihrer verabscheuungswürdigen Gestalt hervortraten,sind seine erste Quellen. Und eben so leise, eben soallmählich ist sein Fortgang. Nicht leicht wird je-mand, der ihm immer zusicht, bemerken, wie sichnach und nach alles zum Schlimmen wendet; denmeisten wird es Vorkommen, als ändre sich nur dasZufällige, und als bliebe im Wesentlichen alles, wiees ist. Nach und nach setzen sich die Eindrücke uns-rer Sinne und die Bilder unsrer Einbildungskraft zugefährlichen Jrrthümern zusammen. Nach und nachverdunkeln und verwirren sich, im Gewühl der Welt,und unter den wechselnden Schauspielen, die sich unsauf allen Seiten anbiethen, unsre deutlichen und zu-sammenhängenden Einsichten. Nach und nach wer-den die Stützen unsers Glaubens vom Leichtsinne,von Zweifeln und von Leidenschaften untergraben.Nach und nach verliert die Wahrheit ihre Kraft,