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Festpredigten
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zu werden. Diese sinnlichen Begierden sind s«sich nicht zu tadeln. Sie gehören wesentlich zu uns-rer Natur; sie sind auf die Befriedigung ihrer Be-dürfnisse gerichtet. Ohne sie würde es auch kein ver-nünftiges Wollen geben. Der beste Mensch ist nichtfrey vott sinnlichen Begierde«. Aber sie sind be'pihm nicht so stark, daß sie die Herrschaft der Ver-nunft unmöglich machen; sie sind bey ihm nicht das /" was ihn in seinen Handlungen leitet; sie stehen in ei-nem ruhigen Gleichgewicht; keine widerstrebt der an-dern; keine ist auf etwas an sich Unsittliches gerichtet.So halt er zwar auf seine Ehre; aber die Ehre istihm Nicht wichtiger als seine Pflicht; Nicht um jener/sondern um dieser willen handelt er; sie wird bei ihmnie brennender Ehrgeitz; sie verleitet ihn Nie zu sol-chen Schritten, die mit seinem Wohl im Ganzen undmit seiner Rechtschaffenheit nicht bestehen können; sieverblendet nie seinen Verstand, und verunreinigt Niesein Gefühl. Und so ist es Mit allen andern Bcgier--den. Darin besteht die wahre Gesundheit der Seele-Aber oft wird diese schöne Ordnung/ dieses ruhigeGleichgewicht aufgehoben- Oft sehen wir die sinnli-chen Begierden der Menschen eine Macht an sich rei-ßen / welcher nichts widersteht / und sich der Herrschaftüber alle Kräfte des Gemürhes versichern. Oft sehenwir einzelne Begierden sich mit einer vorzügliche«Stärke über die andern erheben / und , in Gluth derLeidenschaft aufflammen. Oft sehen wir den Men-schen durch das GegeneinaNdcrstrebett seiner Begierdenin die schrecklichsten inner« Kämpfe verwickelt. Ost