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Es kann diesenZweck entweder gar nicht mehr, oder dochnicht mehr so vollkommen erreichen: wenn es so schwachgeworden ist, daß es bey vielen unsren Handlungensich nicht äußert; wenn es sich nur da vernehmen laßt,wo das Rühmliche oder Abscheuliche so gleich in dieAugen fallt; wenn es zu manchen tadelhaftcw Un-ternehmungen schweigt, oder sich nicht laut genuggegen dieselben oder sie wohl gar für recht er-klärt; wenn es so sehr von Jrrrhümern des Ver-standes oder von Leidenschaften des Herzens ab-Hangt, daß es in dem Einen Falle billigt, was esin dem andern verwirft. Wo sich das findet: daist es schlimmer mit uns geworden; wir haben we-niger in uns, was uns gegen das Böse verwahrenkann, nnd werden gewiß mehr Böses begehen. Ineinem sehr gefährlichen Zustande befindet sich derMensch, dessen sittliches Gefühl abgestumpft, undrettungslos ist unser Zustand, wenn es ganz ver-nichtet bey uns ist. Eine solche Ausartung des sitt-lichen Gefühles ist indeß selbst schon das Zeichen einesgroßen Verfalls. Die Starke unsittlicher Begierden,häufige Uebcrtretungen des Gesetzes, und eine trau-rige Befreundung unsers Gemüthes mit dem Bösenmüssen dieselbe verursacht haben. Also auch daraufsoll unsre Untersuchung sehen: ob unser sittli-ches Gefühl von seiner Starke undSchärfe verloren habe.

Viertens, verdient bey dieser Unter-suchung die Beschaffenheit unsrer sinn-lichen Begierden in Anschlag gebracht