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Festpredigten
Entstehung
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Bewunderung, das herrliche Leben und Estde des Er-lösers ohne freudige Verehrung wahrnehmen. In ei-ner doppelten Hinsicht ist es dann schlimmer geworden.Ein verkehrter Sinn, unordentliche Begierden, einin Weltliebe vereiteltes und im Weltwesen abgehärte-tes Gemüch verhindern bey uns jene Eindrücke, undwir sind nun auch unfähiger, durch die Wahrheit ge-bessert zu werden. Bepdes, die Quellen und die Fol-gen dieser Erscheinung nöthigen uns, sie als Ver-schlimmerung zu betrachten. Das ist also dasZweyte, worauf wir bey unsrer Untersu-chung sehen müssen.

Wollen wir genau erfahren, ob es schlimmer mituns werde: dann dürfen wir, drittens,den Zustand unsers sittlichen Gefühlesnicht aus der Acht lassen. Dieses Gefühlist es, was in uns recht und Unrecht von einanderunterscheidet, was uns jenes als nothwcndig, löblichund achtungswerth, dieses als verwerflich, unwür-dig und verächtlich darstellt, was uns zu guten Hand-lungen antreibt und von bösen zurück schreckt, waSuns zufrieden macht mit uns selbst, wenn wir uns je-ner bewußt sind, und Reue in uns erweckt, wo wiruns diese vorzuwerfen haben. Das sittliche Gefühlmuß den Unterschied zwischen Recht und Unrecht rich-tig angeben, bestimmt und scharf ausdrücken, es mußuns das Würdige und Unwürdige, das Edle undUnedle in unserm Thun lebhaft darstcllen, damit eszu dem, was unsrer Bestimmung angemessen ist, hin-führe, und vor dem, was ihr widerspricht, bewahre.