sö auf unser Gemüth wirken, wir sieeinst darauf wirkten. Es istnicht genug, daßwir die Wahrheiten der Religion kennen: sie sollenUns auch theuer seyn; wir sollen wissen, daß wir inihnen einen köstlichen Schütz besitzen, den wir nichtsorgfältig genug bewahren können. Mögen unsre Ein-sichten nicht das Mindeste verloren — mögen sie so-gar gewonnen haben an Deutlichkeit, GründlichkeitUnd Wahrheit: es ist doch schlimmer mit uns gewor-den, wenn sie uns nicht mehr das gelten, was sie unseinst galten, wenn wir mit mehr Gleichgültigkeit ansie denken, und uns bey den Schicksalen derselben we-niger bekümmert zeigen. Sie sollen wirken auf unserGemüth; sie sollen uns rühren oder erschüttern; siesollen uns demüthigen oder erheben; sie sollen uns mitWehmuth oder Mit Hoffnung, mit Schmerz oder mitFreude, mit Abscheu oder mit Liebe erfüllen: je nach-dem eine Vorstellung dazu geeignet ist, die Eine oder>die andre dieser Empfindungen zu erregen. Ist unser .Herz noch unverstimmt: so können die erhebenden undniederschlagendett, die ernsthaften und die sanften Leh-ren der Religion solche Eindrücke gar nicht verfehlen.Es ist offenbar schlimmer mit uns geworden: wennwir sie nicht mehr bey uns antreffen; wenn die GüteGottes uns nicht mehr rührt, seine Größe Uns Nichtmehr, erhebt; wenn unsre Vergehungen Uns nichtmehr niederbcugen, unsre Pflichten uns nicht mehrernsthaft machen, unsre Aussichten in die Ewigkeituns nicht mehr starken und erheitern; wenn wir dieSpuren der göttlichen Allmacht und Weisheit ohne
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