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derselben aufgelöst wird. Das ist das Schicksal devReligionswahrheiten bey den meisten Menschen. Uebexdem immerwährenden Umhenreiben im irdischen Le-ben , unter der beständigen Beschäftigung mit irdischenZwecken, wprauf die ganze Kraft ihres Geistes ver-wendetwurde, sind von den Religionskenntnissen, diesie in ihrer früher» Jugend gesammelt haben, nurtrübe Erinnerungen, einzelne, unzusammenhangendeBruchstücke übrig geblieben; sie wissen selbst nichtmehr, was sie daran haben. Daher geschieht es,daß die wenigen Kenntnisse, die sie noch besitzen, sichso leicht mit feiner» und grobem Jrrthümem .vermi-schen , datz sie entweder in sinnlosen Aberglauben oderin gänzlichen Unglauben sich verlieren; und auch dasgehört zum Schlimmerwerdcn. Es ist eine unver-meidliche Folge, wenn wir den Vorrath unsrer reli-giösen Einsichten nicht oft überschauen und mustern,wenn wir die Mepnungen, die sich nach und nach inuns bilden, oder die sich uns. anpreisen, nicht sorg-fältig prüfen, ehe wir sie aufnehmcn. Hierauf müs-sen wir also zuvörderst unsre Aufmerksamkeit richten.Untersuchen sollen wir, ob die Begriffe, die wir vonGott, von unsrer Bestimmung, von unsren Pflichtenund Hoffnungen haben, noch so klar, so zusammen-hängend, sorein, so unvermischt mit Aberglauben u.Schwärmerei) und so entfernt von Unglauben sind,als sie einst waren.
Eben so nöthig ist es, zu untersuchen,ob diese Begriffe uns noch so wichtigsind, wie sie einst waren, und ob sie noch