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Religion eins sinnliche Anschauung zu besitzen Vorgabe.Mit Recht würden wir der Religiosität eines solchen,eine verunreinigende Bepmischung der Sinnlichkeitvorwerfen, und ihr dadurch ihren Einfluß auf wahreVeredlung des Lebens absprechen. Aber auch in un-serm Leben fehlt es nicht an ungewöhnlichem Lagen;und hier erwartet man mit Recht eine ungewöhnliche-re Wirksamkeit der Religion, wenn auch, dem Aeu-ßernnach, nicht gerade diejenige, die wir bcy Ste-phanus antreffen. Die Religion muß uns begeistern;oder sie erreicht nicht alles, was sie erreichen soll; siebewegt uns nicht zu den Opfern, die das Vaterlandvon uns fordert, zu dem Heldenmuthe, der sich derGefahr weiht, zu der Größe des Geistes, die aufalles Verzicht leistet, zu der Standhaftigkeit undStarke der Seele, die auch im Unglücke nicht ver-zagt. Diese Begeisterung wird erst dann Schwarme-rey, wenn sie sich des ganzen Lrbens bemächtigt,wenn sie sich auch in diejenigen Angelegenheiten mischt,die für die Beurtheilung des Verstandes gehören, wennsic da vorzugreifen wagt, wo deutliche Einsicht derPflicht entscheiden soll, wenn sie das auf eine sinnli-che Weise zu erkennen wahnt, was nur ein vernünfti-ger Glaube umfaßt — nicht aber, wenn sie, in ein-zelnen großen und entscheidenden Augenblicken, dasHerz gewaltig emporhebt. Fürchtet auch micAt, daßeine solche fromme Begeisterung, die Reinhelt Eurerfrommen Gesinnungen trübe. Was heilig ist, kannnicht zu Unheiligem führen.
Doch in den Wirkungen,- welche das Christen-