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Festpredigten
Entstehung
Seite
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StephanuS. Auf unbefangene Gemüther, auf Men-schen von gesundem Verstände und Herzen hatte dieserVorrrag, so vi l Beschämendes er auch enthielt, tiefeEindrücke machen, bcy ihnen hatte er ein ernsthaftesNachdenken erwecken müssen. Aber so waren dieseMenschen nicht. Sie regierte die Leidenschaft, unddiese hatte sie so verblendet, daß sie nur noch für das em-pfänglich waren, was dieselbe reihte oder befriedigte.Da sie solches hörten, heißt es, ging cs ih-nen durchs Herz, und sie bissen die Zah-ne zusammen über ihn. Diese Ausbrüche derMuth, diese wilden Mienen, diese immer lauter wer-denden Bewegungen eines rachgierigen Haufens ver--riethen es nur gar zu deutlich, was man hier zu er-warten habe. Jetzt war der Augenblick gekommen,wo der edle Stephanus die stärkste Prüfung seinesGlaubens nnd seiner Standhaftigkeit bestehen sollte.

Und wie herrlich bestand er sie! O, cs warvorauszusehcn, daß der Mann, der mit einer solchenUnerschrockenheit redete, der so kühn nach dem Her-zen der Menschen griff, in deren Gewalt er war,und deren Nachgierigkeit und Blutdurst er kannte,-etzt nicht zittern würde, da die Folgen, auf die errechnen mußte, ansingen sichtbar zu werden. Aberwir erblicken nicht bloß einen standhaften, wir erbli-cken einen freudigen Mann nicht bloß einen Mann,den nichts erschüttert und nicdcrbcugt, wir erblickeneinen Heiligen, dessen Geist sich empor geschwungenhat über.alle Noth, über alle Gefahren und Drang-sale der Erde, unter dem die Erde verschwunden ist,