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Festpredigten
Entstehung
Seite
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das ist hier die Hauptsache. Mein für das, wovonman überzeugt ist, kann man mit Warme und sieg-reichem Nachdrucke sprechen. Sey die Sache, für diewir sprechen, die allervortrefflichste, wenn es unsnicht so ums Herz ist, wie unsre Worte es ausdrü-cken: so werden wir nur mit Zwang und Anstren-gung einen Schein von Begeisterung hervor bringen,der bald wieder verschwindet, und der Widerspruchmit uns selbst wird uns oft in eineVerlegcnheit setzen,die dem ruhigen Beobachter um so mehr auffallt, 'jemehr Mühe wir uns geben, sie zu verbergen. Wasunser Gemüth durchdrungen, hat, das gewinnt undbewegt, indem wir es vortragen, die Gemüther de-rer, die uns Horen. Doch wird dabcy vorausgesetzt,daß unser Glaube Wahrheit enthalte: denn nur derWahrheit ist die Kraft eigen, jene Warme des Glau-bens hervorzubringen, die, diesem überall Freunde ver-schafft. Auch der Jrrthum kann bey denen, die ihmergeben sind, eine gewisse Begeisterung erzeugen, vor-züglich wenn er selbst das Werk einer erhitzten Ein-bildungskraft oder mit solchen Vorstellungen ver-bunden ist,- welche diese entflammen. Mit welcherHitze sehen wir nicht den Aberglauben seine Behaup-tungen vcrtheidigen! Mit welchem Ungestüm preisenuns Schwärmer ihre Mepnungm an! Wer merktes nicht, daß sie ihnen wirklich über alles theucr sind?Hat es nicht auch manche unter ihnen gege-ben, die für diesen Glauben ihr Blut vergossenhaben? Aber welch ein Unterschied zwischender sanften Warme des Wahrhcitsfrcundes und