sie gar ausrotten; doch sollen wir die schönen Triebeder Menschlichkeit nicht verleugnen. Die Bande derNatur sollen uns heilig seyn; an den Schicksalenunsrer Brüder sollen wir innigen Antheil nehmen;unsrer menschlichen Schwache dürfen wir uns nichtschämen; dem Schmerze mögen unsre Thranen flie-ßen ; die unschuldige Freude können wir genießen, oh-ne dadurch unsrer Christenwürde zu nahe zu treten.Glückliche Vereinigung des Göttlichen und Menschli-chen, die das Christenthum in uns hervor bringenwill! Ja, sie ist unsre Bestimmung, sie ist die Voll-endung unsrer Natur, sie wird, sie muß uns wahreGlückseligkeit verschaffen. Möchte es der Lehre desEvangeliums gelingen dahin unser Gemüth zu bilden.O, lasset uns dieselbe immer besser fassen und verste-hen lernen; lasset uns mit ihr uns oft beschäftigen,ihren Einflüssen unser Herz hingcben, und jeden Ein-druck, den sie auf uns macht sorgfältig pflegen, daßer Früchte bringe zum ewigen Leben.
Endlich, ist die Wahrheit: Jesus istder Sohn der Maria und der Sohn Got-tes, wichtig für die Erkenntniß unsrerselst: denn sie macht uns darauf aufmerksam, daßwir nicht ganz dem irdischen Leben ange-hören, das uns sichtbar umfangt. Wirsind als Menschen Wesen irdischer Art. Wir stehenunter dem immer wahrenden Einflüsse irdischer Bege-benheiten; wir fühlen irdische Bedürfnisse, und dieEingeschränktheit, die Abhängigkeit, die Ohnmacht,