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tilgen mit der Demuth, die sonst überall aus dem Be-tragen Jesu hervor leuchtet ? Oder sollen wir an-nehmen , er habe sich selbst getauscht ? Wie war einesolche Täuschung möglich in der unbefangenen, ruhi-gen und klaren Seele Jesu? Wie konnte die kühn-ste und wildeste aller Schwarmcrcpen bestehen mit die-ser besonnenen Weisheit, mit diesem tief eindringen-den Blicke, den wir immer an ihm bemerken? DasLeben und der Charakter Jesu sind das größte Rath--sel, der auffallendste Widerspruch — wir wissen nichtmehr, waS wir von ihm denken sollen, wenn wirihn nicht für den Sohn Gottes halten. Wiekonnte aber, auf der andern Seite, der, der die Tie-fen der Gottheit erforschte, und die Dunkelheit derZukunft enthüllte, von sich sagen: den Tag deSWeltgerichtes wisse er selbst nicht; wiekonnte er behaupten: niemand ist gut, als derEinige Gott; wie konnte er klagen: meine See-le ist betrübt bis in den Tod; wie konnte eSihm Bedürfnis sepn: daß seine Jünger mit
ihm wachen; wie konnte er hcthcn: Vater istsmöglich, so gehe dieser Kelch von mir;wie konnte er am Kreuze ausrufen: mein Gott,mein Gott warum hast du mich verlassen;er, der sonst einen so unerschütterlichen Heldenmuthzeigte, der mit einer so hohen Entschlossenheit sprach:ich trinke diesen Kelch, so geschehe deinWille; wie konnte er leiden und sterbm, wenn nichtder Sohn Gottes zugleich der Sohn der Mariawar? Ja, nur unter dieser Voraussetzung